Nach einer "Europäischen Erhebung unter Unternehmen zu neuen und aufkommenden Risiken" (ESENER) halten die antwortenden Unternehmen Stress für ein gleichermaßen wichtiges Thema wie Arbeitsunfälle. Diese Bedeutungszuschreibung führt jedoch nicht dazu, dass auf betrieblicher Ebene Maßnahmen zur Stressprävention zum Tragen kommen. Leider wird oft nur ernst genommen, was direkt meßbar ist. Präventive Maßnahmen sind - betrachtet man nicht die Gesamtwirtschaft sondern nur ein konkretes Unternehmen - schlecht meßbar. Das liegt in der Natur der Sache. Ein professionelles Stressmanagement hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Gesundheit sondern auch auf die innerbetriebliche Kommunikation. Letzeres wird häufig nicht bemerkt, denn immer noch gibt es eine strenge Trennung zwischen der Personalentwicklung und Gesundheitsförderung.
Dabei gibt es in der Praxis fast gar keine Trennung. Streßbelastung behindern Führung, Kooperation und Teamarbeit in größtem Ausmaße. Das bedeutet, Streßmanagement ist ein sehr wichtiges Führungsthema.
Nach der Untersuchung der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) führt nur jedes siebte deutsche Unternehmen Maßnahmen zur Streßprävention durch - insgesamt knapp 15 Prozent. Damit liegt die Bundesrepublik deutlich unter dem Durchschnitt der europäischen Länder. EU-weit setzt jeder vierte Betrieb Stressprävention um.
Nach der ESENER-sind vor allem mangelnde Ressourcen wie Zeit, Personal oder Geld (36 Prozent) sowie ein geringes Bewusstsein
(26 Prozent) die größten Hindernisse im Umgang mit Arbeitsschutzfragen sind.
Für die Studie wurden 36.000 Manager/innen und Arbeitsschutzbeauftragte aus den 27 Ländern der Europäischen Union sowie aus Norwegen, Kroatien, der Türkei sowie der Schweiz befragt.
INQA: http://www.inqa.de/Inqa/Navigation/Themen/stress,did=254466.html
Studie: http://osha.europa.eu/de/teaser/ESENER_Survey_Enterprises_2010
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